Wenn ein CNC-Teil beim Bohrungsabstand oder bei der Positionstoleranz ausfällt, ist selten nur eine Bohrung schlecht gefertigt. Bei Vorrichtungsplatten, Montageblöcken, Roboterhaltern und Adapterplatten liegen die Ursachen meist in Bezugssystem, Spannwiederholung, Werkzeugkorrektur, thermischer Drift, Graten und Prüfverfahren.
Für Käufer ist nicht nur wichtig, ob eine Maschine eine Zahl halten kann. Entscheidend ist, ob der Lieferant versteht, welche Bohrungen die Baugruppe positionieren, welche nur Spiel geben und wie der KMG-Bericht bewertet.

Häufige Ursachen
| Ursache | Symptom | Vorbeugung |
|---|---|---|
| Unklare Bezüge | Bearbeitung und Prüfung nutzen andere Referenzen | Bezug A/B/C und Funktionsbohrungen definieren |
| Schlechte Umspannwiederholung | Bohrungsgruppen verschieben sich nach dem Wenden | Passstifte, Weichbacken oder Vorrichtung nutzen |
| Werkzeugkorrekturfehler | Durchmesser passt, aber Zentrum driftet | Erstmuster messen und Offsets korrigieren |
| Thermische Drift | Lange Zyklen ändern Abstände | Schneidwärme kontrollieren, Schruppen und Schlichten trennen |
| Grate | Taster oder Lehre trifft nicht sauber | Vor der Prüfung entgraten und reinigen |
| Andere Prüflogik | Messschieber passt, KMG fällt aus | KMG-Bezug und Auswertung vor Produktion festlegen |
Nicht jede Bohrung braucht gleiche Toleranz
Ein häufiger Kostenfehler ist eine enge Positionstoleranz für alle Bohrungen. Präzisionsteile sollten Passbohrungen, Gewinde, Senkungen, Durchgangsbohrungen, Lochbilder und Seitenbohrungen trennen. Kritische Bohrungen brauchen Bezugskontrolle; Durchgangsbohrungen brauchen meist nur Montagefreiheit.
Diese Einteilung senkt Kosten und verbessert Qualität. Der Lieferant kann die Prozesskontrolle auf die Bohrungen konzentrieren, die die Montage entscheiden.

| Bohrungstyp | Funktion | Kontrollpunkt |
|---|---|---|
| Passstiftbohrungen | Wiederholposition | Durchmesser, Position und Rechtwinkligkeit |
| Gewindebohrungen | Verschraubung | Gewindequalität, Fase und Lochbild |
| Senkungen | Schraubenkopfauflage | Tiefe, Koaxialität und Grate |
| Durchgangsbohrungen | Interferenz vermeiden | Praktisches Spiel statt unnötiger Präzision |
| Lochbilder | Vorrichtungs- und Adapterplatten | Kumulierte Abstände und Bezug |
| Seitenbohrungen | Mehrseitenmontage oder Anschlüsse | Spannbezug und Winkelbeziehung |
Stabile Prozessroute
Ein zuverlässiger Prozess beginnt mit DFM-Prüfung. Der Lieferant sollte Funktionsbohrungen, Bezüge, Materialabtrag, Spannplan und Prüfung vor dem Fräsen bestätigen. Bei vielen Bohrungen sollte das Schruppen Material und Spannung vor dem finalen Bohren lösen.
Liegen Bohrungen auf mehreren Flächen, können 4-Achs-, 5-Achs-Bearbeitung oder eine Vorrichtung den Bezugsübertragungsfehler verringern. Der Wert liegt in weniger Umspannungen und stabilerer Koordinate.
| Schritt | Maßnahme | Zweck |
|---|---|---|
| DFM-Prüfung | Funktionsbohrungen, Bezüge und Position klären | Bearbeitung und Prüfung angleichen |
| Schruppen | Material entfernen und Spannung lösen | Spätere Drift reduzieren |
| Stabile Spannung | Passstifte, Vorrichtung oder Weichbacken | Wiederholposition verbessern |
| Bohrungsfolge | Bezüge und Funktionsbohrungen zuerst | Kumulierte Fehler senken |
| Erstmusterprüfung | Durchmesser, Zentrum und Position messen | Vor Serienlauf korrigieren |
| KMG-Endbericht | Von Zeichnungsbezügen berichten | Abnahmediskussion vermeiden |
KMG-Bericht lesen
Ein KMG-Bericht ist nützlich, wenn der Käufer mehr als bestanden oder nicht bestanden prüft. Wichtig sind Bezugseinrichtung, Zentrumkoordinaten, reale Positionsabweichung, Durchmesser, Ebenheit der Bezugsfläche und Reinigung vor der Messung.

| Berichtspunkt | Prüfen | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Bezugseinrichtung | Folgt sie A/B/C der Zeichnung? | Richtet Bericht und Montage aus |
| Bohrungszentren | Reale X/Y/Z-Werte | Zeigt Fehler Richtung |
| Position | Reale Abweichung und Toleranzzone | Bestätigt Funktion |
| Durchmesser | Zentrum allein reicht nicht | Schützt Stift- und Schraubpassung |
| Bezugsebenheit | Ist die Grundfläche stabil? | Verzug verzerrt die Bewertung |
| Grate und Sauberkeit | Messung nach Reinigung | Verhindert falsche Ergebnisse |
RFQ-Checkliste
| Frage an den Lieferanten | Warum hilfreich |
|---|---|
| Welche Bohrungen positionieren und welche haben Spiel? | Verhindert unnötige Präzision |
| Können kritische Bohrungen in einer Spannung bearbeitet werden? | Reduziert Umspannrisiko |
| Welcher Bezug wird für KMG genutzt? | Klärt Abnahme |
| Wie werden Grate vor der Messung kontrolliert? | Verbessert Zuverlässigkeit |
| Gibt es Erstmusterwerte? | Verhindert falsche Offset-Wiederholung |
| Werden Vorrichtung und Offsets gespeichert? | Verbessert Wiederholaufträge |
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Bohrungsabstand und Position?
Der Abstand misst Zentrum zu Zentrum. Die Position bewertet das Zentrum zu definierten Bezügen und spiegelt die Montagefunktion besser wider.
Liegt Positionsfehler immer an schlechter Maschinengenauigkeit?
Nein. Bezug, Umspannung, Werkzeugkorrektur, Wärme, Grate und Prüfmethode sind oft genauso wichtig.
Brauchen alle Mehrlochteile eine KMG-Prüfung?
Kritische Lochbilder, Passstifte, Mehrseitenbohrungen und enge Positionstoleranzen meist ja. Einfache Durchgänge können mit Lehren geprüft werden.
Kann CNC sehr enge Positionen halten?
Bei geeigneter Struktur und stabilem Prozess ja, aber die Toleranz sollte nach Funktion vergeben werden.
Was sollte für ein Angebot gesendet werden?
STEP, 2D-Zeichnung, Bezugssystem, kritische Bohrungen, Menge, Material und Prüfanforderung.
Zusammenfassung
Fehler bei Bohrungsabstand und Position sind Systemprobleme: Bezüge, Spannung, Wärme, Korrektur, Grate und Prüfung zählen zusammen. DFM vor der Bearbeitung und KMG-Daten aus den richtigen Bezügen reduzieren Erstmuster-Nacharbeit.